Es ist nicht nur schön.

Uff. Da sind noch viele „Uffs“ in mir drin, aber die lasse ich. Nur einmal noch: Uff. Selfpublishing ist tatsächlich harte Arbeit. Und damit meine ich nicht das Veröffentlichen an sich. Das geht recht leicht, weil das meiste vorgegeben ist. Man muss eigentlich nur das richtige Format hochladen, sich ein paar Schlagworte überlegen, seine Preisvorstellungen kalkulieren und damit hat es sich. Auch die Suche nach einem bezahlbaren Cover verlief ereignisarm. Ich hatte Glück und war direkt mit dem ersten Entwurf der Designerin meines Vertrauens so zufrieden, dass ich gar nichts anderes mehr probiert habe. Und nachdem ich mich von der Vorstellung eines handgemalten, individuellen Covers verabschiedet hatte, ging es mir richtig gut damit (für diejenigen, die es interessiert: ich hätte für Prinzessin auf der Insel gern eine Frau, die auf einem Stein am Meer sitzt und nur von hinten zu sehen ist, gehabt. Eingerahmt von großen, Schatten spendenden Pinien).

Aber während der fünf Stunden, die meine Tochter neuerdings täglich im Kindergarten verbringt, sitze ich – abzüglich Fahr- und Hundespaziergangszeiten – in meinem Arbeitseckchen und vermarkte mein Buch.

Wobei, nein: ich habe ja gelernt, dass ich nicht ein Buch vermarkte, sondern mich.

An sich bin ich ja Schriftstellerin und finde diese Tätigkeit für Außenstehende ziemlich unspektakulär. Ich sitze auf einem gemütlichen Stuhl im Schneidersitz und hacke in meinen Laptop. Zwischendurch stehe ich auf und hole mir einen Snack.

Ich soll Mehrwert verkaufen. Was kann ich den Menschen bieten – außer einer guten Geschichte, für die sie bezahlen sollen?

Ist vielleicht mein Ausbildungsberuf interessanter? Ich bin diplomierte Erziehungswissenschaftlerin und könnte Stehgreifreferate zu Bildungstheorien des 18. Jahrhunderts halten oder aus der Praxis als Sozialarbeiterin plaudern. Womöglich gar Menschen Beratung anbieten? Nein, das würde mir zu weit gehen.

An der Uni habe ich für verschiedene Fakultäten als Lektorin gearbeitet. Das war genau mein Ding und hat mir immer viel Spaß gemacht. Ich überarbeite gern Texte bzw. gebe Autorinnen und Autoren Hinweise darauf, wie ein Text überarbeitet werden sollte, um noch besser zu werden. Vielleicht wäre das etwas. Das hat zumindest was mit „Schreiben“ zu tun.

Hoffentlich habe ich noch Kraft für meinen zweiten Roman, wenn ich (endlich) eine Marke bin.

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Ein paar Seerosen zwecks Kontemplation. Aus dem allerschlammigsten Teich im Kurpark.

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