Abschied.

Seit Emmas Tod am 27. Dezember 2017 ist nichts mehr wie zuvor.
Nach und nach habe ich in den letzten Tagen ihre Sachen weggeräumt oder verschenkt, die Decken und Handtücher gewaschen. Der herzförmigen Urne mit ihrer Asche zusammen mit einigen schönen Bildern und Kerzen einen Platz auf dem Regal eingerichtet. Ich gehe allein spazieren. Muss keine Haufen mehr wegräumen, keine Termine bei Ärzten mehr vereinbaren, keine teuren Medikamente kaufen. Habe mehr Zeit und mehr Geld. Und doch würde ich dieses Mehr frohen Herzens aufgeben, wenn meine allerliebste Freundin Emma stattdessen wieder bei mir sein könnte.
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Auch mein Mann und meine Tochter trauern. Emma war unser Familienmitglied. Aber als ich sie am 30. Juni 2010 am Düsseldorfer Flughafen abgeholt habe – sie kam von einer Tierrettungsstation auf der griechischen Insel Kefalonia – da begann eine ganz besondere Zeit, die nur wir zwei exklusiv miteinander verbracht haben. An vielen Tagen habe ich ihre Gesellschaft die anderer Menschen vorgezogen, das gebe ich zu. Ich hatte einen sehr aufreibenden Job. Sie hat mich begleitet, wenn ich als Sozialarbeiterin meine Klienten besucht habe. Ich war immer fit, weil wir stundenlang durch die Bielefelder Straßen und Grünanlagen gezogen sind. Mit ihr zusammen fühlte ich mich geborgen. Sie war ein eher stiller Hund, der keine großen Gesten oder „Worte” machte. Sie war da. Und das konnte sie wirklich: Dasein. Sich dem Moment hingeben. Sonnenstrahlen fangen.
Gestorben ist sie so, wie sie gelebt hat: Hingebungsvoll. Mit dem Kopf an meine Brust gekuschelt hat sie die erst die betäubende und dann die letale Injektion empfangen und lag schließlich ganz friedlich da.

Sie fehlt mir sehr.

IMG_20171229_165137917.jpg
Emmas Urne. Danke an Herrn Gürtler von Tierbestattung Humania in Verl.

11 Kommentare zu „Abschied.

  1. Eigentlich stehe ich nicht dahinter die „gefällt mir“ Taste gedrückt zu haben. Mir tut es auch leid, dass Dein treuer Weggefährte gestorben ist. Ich kenne das. Auch ich mußte mich nach 13 Jahren von einer treuen Hündin trennen. Aber es geht weiter. Du hast eine Familie. Ich nicht.

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  2. Meine Liebe, die ganze Familie trauert mit euch. Emma war wirklich eine außergewöhnlich treue und liebenswürdige Hündin. Es ist schmerzhaft sie gehen zu lassen. Es war aber bestimmt die richtige Entscheidung. Ein großer Trost ist es, zu wissen, sie ist nicht alleine. Ihr bester Freund, ein ebenso treuer und liebenswürdiger Drahthaar- Foxterrier, ist ihr nur wenige Tage später gefolgt. Wir wünschen euch ganz viel Kraft und sind in Gedanken bei euch.

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    1. Vielen, vielen Dank, liebe Marion! Das weiß ich und das ist auch gut so. Es wird wirklich von Tag zu Tag leichter. Und die Vorstellung, dass die beiden Freunde wieder vereint sind, finde ich auch sehr tröstlich. Wir werden sie nie vergessen 🙂

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